Zur Hoffnung bestimmt
Exerzitien im Alltag (28.02. – 04.03. 2010)

 

Unter dem Thema:  ,, Zur Hoffnung bestimmt“ haben in diesem Jahr wieder über 80 Gemeindemitglieder an den Exerzitien im Alltag teilgenommen.

Wie schon in den vergangenen Jahren wurden zu den gewohnten Zeiten in der Marienkirche, in Hl. Geist und in der St. Konrad-Kirche  Interessierten die Möglichkeit geboten, sich vier Tage auf Gottes Botschaft einzulassen. Die Grundlage bildete die Exerzitienmappe  des Referats Frauen und Männer aus dem Erzbistum Hamburg, deren Thema wir als Leitgedanken übernommen haben.

Als Hauptamtlicher stand  Pastoralreferent Frank Nienhaus mit großem Engagement den Ehrenamtlichen mit Rat und Tat zur Seite. Die Themen wurden aufgeteilt und  in Teamsitzungen besprochen und abgerundet. An einzelnen Tagen standen als wertvolle Unterstützung Toni Löbbel und Annegret Bertels zur Verfügung.

 

Der erste Tag, der von Frank Nienhaus

vorbereitet wurde, stand unter dem Motto:

,,Gott hat uns aus Liebe dazu bestimmt, seine Kinder zu werden“.

Es ist der Gott der bedingungslosen Liebe,

der seine Liebe zu uns im Foltertod bezeugt hat.

Er ist es, der uns bestimmen will zur Hoffnung.

Ihm sind keine menschlichen Abgründe fremd.

Er ist Mensch geworden. Dadurch hat er sein Recht erworben,

uns als seine Kinder – aus reiner Liebe – zu befreien.

 

Jeden Tag wurde ein Auszug aus den Briefen des Hl. Paulus an die Epheser vorgelesen. Mit meditativer Musik, mit Gesprächsrunden, aber auch mit vielen Ruhezeiten setzten sich alle Teilnehmer mit dem dargebotenen Thema auseinander.

In der Krypta  wurden die Abende durch eine  spontan entstandene Flötengruppe um Christa Judith musikalisch begleitet.

 

Die nächste Stufe war die Aufforderung, als Kinder des Lichts zu leben. Dieses wurde am zweiten Tag durch  Rita Walters vermittelt. Wie nahe Gott uns eigentlich ist, wurde im Anfangsgebet  von Meister Eckhart ganz deutlich. Es liegt nur an uns, ihn einzulassen; er ist da und wartet.

 

,, Du brauchst Gott weder hier noch dort zu suchen:

            Er ist nicht ferner als vor der Tür deines Herzens.

            Da steht er und harrt und wartet, wen er bereit finde,

            der ihm auftue und einlasse.

            Du brauchst ihn nicht von weit her herbeizurufen;

            er kann es weniger erwarten als du,

            dass du ihm auftust.

            Es ist ein Zeitpunkt:

            das Auftun und das Eingehen.“ 

 

 Meister Eckhard

 

                                               

Durch ein Bild von Jörgen Habedank, das eindrucksvoll die 5 Lebensstufen des Menschen darstellt, wird uns verdeutlicht, dass wir eingeladen sind zu werden, was wir sind: ,, Licht bzw. Erleuchtete“.

Mit Licht und Finsternis wird  das Verbundensein oder die Trennung  bzw. Entfremdung von Gott und seiner Schöpfung beschrieben,

In der Verbundenheit mit Gott und allem Lebendigem ist es gut zu sehen, was geworden ist, was wächst und gedeiht, was verborgen oder noch im Keim steckt, was Unrecht und Tod bedeutet, wo wir stehen im Kreis der Generationen, wo wir verbunden oder getrennt sind in den Kreisläufen des Lebens.

 

 

Der  dritte Tag stand ganz unter dem Motto: ,, Ihr werdet

zu einer Wohnung Gottes erbaut.“ Mit diesem Thema

 befasste sich Hedwig Bröker und vermittelte es ihren

Teilnehmern. In Gottes Sinne miteinander zu leben, ist

so, als würden wir in einem neu eingerichteten Haus leben,

in einer Wohnung, in der ein neuer Geist herrscht und

wirkt – ein anderer Wind weht. Türen und Fenster stehen

darin für alle offen, die dort wohnen und für alle, die hinein

möchten. Das Haus ist fest gebaut auf den Grundmauern

des ,, Alten und Neuen Bundes“. Das Wichtigste aber ist der

Schlussstein im Gewölbe, der Jesus selber ist. Er ist der Stein,

er ist derjenige, der alles zusammenhält.

 

 

Den letzten Tag, der alles noch einmal auf den Punkt brachte, hat Marion Plagge vorbereitet. Mit der Überschrift:
,,So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt“ zeigte sich: Je länger man auf dem Weg der Exerzitien unterwegs ist, desto deutlicher wird es, dass diese Zeit Anstoß dafür ist, was jeder in seinem täglichen Leben erfahren möchte: Gottes Fülle in mir.

Diese Hoffnung  wurde zum Schluss in einem selbstverfassten Gedicht von Marion Plagge noch einmal deutlich zum Ausdruck gebracht. Als Andenken an diese Exerzitien erhielt jede/r Teilnehmer/in neben einer Mappe für alle Texte auch eine schöne Perle, die man immer bei sich tragen sollte.

 

 

 


Marion Plagge

 

Mein Herr und mein Gott,

 

wie die Perle in einer Muschel,

so bist DU in mir.

Tief im Inneren – wie die Perle               

ist dein Licht in meiner Seele.

 

Nicht immer kann ich Dich so spüren.

Doch DU bist immer da.

Oft ist es nur eine kurze Ahnung,

die etwas in mir in Bewegung bringt,

das mich übersteigt.

 

Manchmal bin ich wie abgeschnitten von Dir,

Dein Licht verdeckt durch eine Schicht voller Schutt und Geröll.

Doch, Herr, DU bist immer da.

Und richte ich mich aus auf Dich,

werden Ströme lebendigen Wassers

aus meinem Inneren fließen,

und alles Trennende hinwegspülen.

 

Wie die Perle in einer Muschel,

so bist DU in mir, mein Gott.

Tief im Inneren – wie die Perle

ist Dein Licht in meiner Seele.

 

Ein  Ort der Stille und des Friedens.

Ein Raum der Liebe und des Lichtes.

Und dort – nur DU und ich.

Da, tief in meinem Innersten,

wo die Meinungen der Anderen

und die eigenen Maßstäbe nicht hinreichen,

wo das Geschäftige der Welt nicht eindringen kann,

komme ich in Berührung mit Dir.

Da, wo  DU bei mir bist,

befreist DU mich von der Macht der Menschen,

ihren Erwartungen und Ansprüchen,

befreist mich zu mir selbst.

Mögen auch die Stürme des Lebens mich herumwerfen

und meine eigene Zerrissenheit und Unruhe mich aufpeitschen;

mit Dir, o Herr, komme ich in meine Tiefe,

spüre Deinen Frieden,

und ich bin ganz erfüllt von Dir.

 

Ja, Herr,

Wie die Perle in einer Muschel,

so bist DU in mir.

Tief in meinem Inneren – wie die Perle,

ist Dein Licht in meiner Seele.      

 


Am letzten Tag der Exerzitien hatten alle ihren besonderen Abschluss. In Hl. Geist wurde nach der Sitzung am Morgen als Abschluss ein Stehcafe gereicht. Abends saß man in St. Konrad und auch in Hl. Geist in gemütlicher Runde zusammen. In St. Marien wurde um 21.00 Uhr ein Abschlussgottesdienst gefeiert.

 
   
 
 
 
 

Rita Walters