50 Jahre Dienst an Gott und den Menschen
Fünf Ordensfrauen aus Emsdetten feiern ihr Goldenes Ordensjubiläum

 

Vor 50 Jahren fassten fünf junge Frauen aus Emsdetten den Entschluss, fortan ihr ganzes Leben in den Dienst an Gott und den Menschen zu stellen, und traten in einen Orden ein. Viele ältere Emsdettener kennen sie noch als junge Mädchen, die hier zur Schule gingen und am Pfarrleben teilnahmen. Am 17. Juli 2011 feierten sie um 10.30 Uhr aus Anlass ihres Goldenen Ordensjubiläums einen Festgottesdienst in der Marienkirche.

 
Schwester M. Agathe

geb. Josefa Berghues
Orden: Schwestern Unserer Lieben Frau, Coesfeld

Tätigkeitsfelder: Arbeit in Kinder- und Erholungsheimen, Behinder-tenarbeit
Seit 2010 ehrenamtliche Arbeit in Meppen

Schwester M. Marthrud

Geb. Agnes Berkemeier
Orden: Schwestern Unserer Lieben Frau, Coesfeld

Tätigkeitsfelder: Erzieherin, Hospizarbeit
Seit 2010 Kommunitätsleitung im ordenseigenen Altenheim Haus Salvus in Grefrath

Schwester M. Editha

geb. Helga Franz
Orden: Pallotinerinnen, Limburg

Tätigkeitsfelder: Krankenschwester, Krankenhausseelsorge, z. Zt. Betreuung ihrer älteren und kranken Mitschwestern

Schwester M. Theresina

Geb. Else Dehne
Orden: Mauritzer Franziskanerin-nen, Münster

Tätigkeitsfelder: Krankenschwester, von 1998-2005 Provinzoberin, danach Tätigkeit in der Mutterhausverwaltung in Münster

Schwester M. Fidelia

geb. Maria Wilp
Orden: Missionsdominikanerinnen, Neustadt/Main

Tätigkeitsfelder: Krankenschwester in Südafrika in einer amb. Kranken-station, 5 Jahre Hospizarbeit in Johannesburg in einem Haus für Aidskranke, Aidsberatung

 

Schwester M. Fidelia konnte den heutigen Jubiläumstag leider nicht gemeinsam mit ihren Mitschwestern verbringen, da sie nach einem Heimaturlaub im vergangenen Jahr wieder in Südafrika ist und, nicht zuletzt auch wegen der damit verbundenen Kosten, in diesem Jahr nicht schon wieder nach Deutschland kommen mochte.
Anlässlich ihres Besuches im letzten Jahr berichtete sie von ihrer Tätigkeit in Südafrika und den Problemen, die es dort vor allen Dingen auch mit den vielen Aidskranken gibt. Hier noch einmal ihr Bericht.

 
 

Der Bedeutung dieses Tages angemessen, ziehen die Zelebranten durch den Mittelgang in die Kirche ein. Aus Münster ist extra Weihbischof em. Friedrich Ostermann angereist, der die Jubilarinnen aus seiner Zeit als Kaplan in St. Marien persönlich kennt. Mit dabei ist neben Pfarrer Christoph Rensing auch dessen Onkel Pfarrer em. Josef Rensing, der die Ordensfrauen vor 50 Jahren in der CAJ-Jugendgruppe als Kaplan betreut hat.

Weihbischof Friedrich Ostermann erinnert in seiner Predigt an die Zeit vor 50 Jahren, als die Jubilarinnen den Entschluss fassten, in einen Orden einzutreten. "Der Krieg war erst einige Jahre vorbei. Die Menschen waren nach den Schrecken des Krieges fromm geworden und alles lebte in einer `Wolke des Glaubens´," führt er aus. Damals sei es leichter gewesen, den Ruf Gottes zu vernehmen, den auch Maria vor über 2000 Jahren vernommen habe. Maria habe bei der Verkündigung durch den Engel auf den Ruf geantwortet `Siehe, ich bin die Magd des Herrn´ (Lk 1,38). Auf die große Bedeutung der CAJ (Christliche Arbeiterjugend) zur damaligen Zeit eingehend, macht er deutlich, wie wichtig und bedeutsam es gewesen sei, sich in den Gruppenstunden mit dem Evangelium auseinanderzusetzen. "So konnte Glauben wachsen. Wir spürten, da ist einer, der uns trägt. So konnten Sie, als Sie den Ruf hörten, sagen `Ja, ich bin da!´", wendet er sich an die Ordensfrauen. Heute habe sich die Wolke des Glaubens verzogen. Die leise Stimme Gottes sei in dem "Riesenklamauk unserer Tage" kaum noch zu vernehmen. Mit einem Dank an die Jubilarinnen, dass sie ihrer Berufung treu geblieben seien, schließt Bischof Friedrich Ostermann seine Ausführungen.

 
 

Die Fürbitten werden von den Schwestern vorgetragen. Bevor der Gottesdienst endet, sprechen die Jubilarinnen noch einmal zusammen mit dem Bischof das Gebet der CAJ, das sie früher bei jeder Gruppenstunde gebetet haben.

 

Gebet der CAJ

Herr Jesus Christus,
wir opfern Dir unseren Tag,
unsere Arbeit, unsere Kämpfe,
unsere Freuden und Leiden.
Lass uns, wie auch alle unsere
Schwestern und Brüder in der Welt der Arbeit,
denken wie du, arbeiten mit dir, leben in dir.
Gib uns die Gnade,
dich mit ganzem Herzen zu lieben
und dir mit allen Kräften zu dienen.
Dein Reich komme in die Fabriken,
die Werkstätten, die Büros und in unsere Häuser.
Gib, dass alle, die heute in Gefahr sind,
in deiner Gnade bleiben
und schenke unseren Verstorbenen deinen Frieden.

Herr Jesus Christus, in deiner Liebe segne die arbeitende Jugend.
Herr Jesus Christus, heilige uns und unsere Familien.
Herr Jesus Christus, Dein Reich komme durch uns und unsere Arbeit.
Maria, Königin der Apostel, bitte für uns.

Amen.

 
Nach dem Segen und dem Schlusslied ziehen die Gottesdienstbesucher aus der Kirche aus.
 

 

 

Vor der Kirche warten schon viele alte gute Bekannte.

 
 
 

Viele Gottesdienstbesucher folgen der Einladung von Pfarrer Rensing und kommen in die Arche, um noch ein wenig zusammenzusitzen, miteinander zu plaudern und Erinnerungen auszutauschen.

 

Hier finden sich noch einmal frühere Mitschülerinnen von Schwester M. Editha zu einem Gruppenfoto zusammen. Mit dabei ist auch Bischof Friedrich Ostermann, der sie zu seiner Zeit als Kaplan in St. Marien als Gruppenleiter der CAJ persönlich kennt.

 

Zu guter Letzt und als Abschluss dieser Jubiläumsfeier noch dieses Foto.

von links: Schwester M. Editha, geb. Helga Franz; Schwester M. Marthrud, geb. Agnes Berkemeier; Pfarrer em. Josef Rensing; Schwester M. Agathe, geb. Josefa Berghues; Pfarrer Christoph Rensing; Schwester M. Theresina, geb. Dehne; Weihbischof em. Friedrich Ostermann

 

Auch von dieser Stelle Ihnen, liebe Schwestern, einen ganz herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Goldenen Ordensjubiläum. Mögen Sie auch in den nächsten Jahren mit Gottes Hilfe so fröhlich und zuversichtlich durchs Leben gehen, wie Sie das auf dem Foto oben zum Ausdruck bringen.


W. Schröder

 
 

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