"...  Sie haben ihre Lebensleiter an die Wand Gottes angelegt."
Goldenes Priesterjubiläum von Pfarrer Franz Lutum am 02.02.2010

Die Hl.-Geist-Kirche war an diesem frühen Abend bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Besucher mussten sogar stehen, als Pfarrer em. Franz Lutum den Festgottesdienst anlässlich seines 50jährigen Priesterjubiläums zelebrierte. Konzelebranten waren (von links): Pfarrer em. Josef Hellman, Pfarrer Christoph Rensing, Pfarrer em. Bernhard Kösters, Pfarrer Egidiu Condac (Caritasdirektor in Rumänien),  Vicarius Kooperator Vacilica Pana aus Elte und Pfarrer Ulrich Derstappen aus Rosendahl.

Die Organisatoren des Jubiläumsgottesdienstes  brachten es auf den Punkt:
 "... Wer die Leiter wie Sie, Herr Pfarrer Lutum, an die Wand Gottes angelegt hat, der wird oben auf der letzten Sprosse über die Kante hinausschauen und feststellen, dass es mit Gott weitergeht...", hieß es in der Einführungsrede zu diesem Jubiläums-Gottesdienst.
Dabei verstanden die Gottesdienstbesucher das Bild von der Leiter nicht nur rein symbolisch, sondern erinnerten sich daran, dass ihr hoch verehrter Pfarrer Lutum so manches Mal die Leiter tatsächlich an die reale Wand seiner Hl. Geist-Kirche angelegt hatte, um etwa Gardinen in luftiger Höhe aufzuhängen. Die Leiter diente ihm ebenfalls, wenn es darum ging, die hohen Bäume im Umkreis seiner Kirche  von verdorrten Ästen zu befreien. Pfarrer Lutum hatte und hat eben ein grenzenloses Vertrauen zu seinem Schutzengel.

In seiner Begrüßungsansprache geht Pfarrer Lutum auf das Evangelium des heutigen Tages (Maria Lichtmess)  ein: "Jesus ist ein Licht für alle Völker", führt er  aus, und das gelte nicht nur für die Mission, sondern auch für uns. Auch wir müssten Licht sein und die Frohe Botschaft in die Welt tragen. In früheren Zeiten hätten das die Missionare getan, heute müsse man andere Wege gehen, z. B. durch Taten der Nächstenliebe.

In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass unter der gegenwärtigen Wirtschaftskrise besonders die osteuropäischen Länder zu leiden hätten. Sie seien dringend auf unsere Hilfe angewiesen. Diese Hilfe zu organisieren sei ihm ein großes Anliegen. Er habe dabei viel Unterstützung aus der Gemeinde bekommen. Dafür sage er ganz herzlich Dank allen, die ihm geholfen und seine Projekte auch finanziell mitgetragen hätten. Während sich früher die Hilfe mehr auf Polen konzentriert habe, unterstütze man in den letzten Jahren verstärkt Hilfsprojekte in Rumänien und Tansania.

Mit der Hoffnung, dass er auch weiterhin mit der Unterstützung für seine Projekte rechnen könne, beendet Pfarrer Lutum seine Ausführungen.

Wie oben schon erwähnt, feiert die kath. Kirche am 02. Februar das Fest Maria Lichtmess. Es ist guter Brauch, dass im Gedenken an die Bedeutung dieses Festes Kerzen geweiht werden. Bei seinem Jubiläumsgottesdienst nimmt Pfarrer Lutum die Segnung der Kerzen vor.

Nach der Kerzenweihe tragen Jugendliche zur  Einführung in den Gottesdienst den folgen Text vor:

Liebe Festgemeinde, sehr geehrter Herr Pfarrer Lutum.

 

Bei der Vorbereitung des heutigen Festgottesdienstes haben wir als Symbol bzw. als Überschrift das Stichwort Leiter in den Mittelpunkt gestellt. Dabei dachten zunächst viele an die große und gefährliche Leiter, auf die Sie unzählige Male geklettert sind, wenn es um das Aufhängen der Gardinen oder des Adventskranzes ging. Hier haben Sie sicherlich so manches Mal Ihren Schutzengel überstrapaziert. Doch dieser Gedanke allein reicht nicht aus. Schauen Sie bitte alle einmal auf das auf ihrem Liederzettel abgedruckte Bild und stellen wir uns vor, das Leben selbst wäre eine Leiter.  

Jede Sprosse bringt uns ein Stück weiter auf dem Lebensweg. Nun ist es ganz entscheidend, die Leiter unseres Lebens an die richtige Wand anzulegen. Wer die Leiter – wie Sie, Herr Pfarrer Lutum - an die Wand Gottes angelegt hat, der wird oben auf der letzten Sprosse über die Kante hinausschauen und feststellen, dass es mit Gott weitergeht.   Gott zu lieben, ist eben nicht eine Entscheidung neben vielen anderen, wie etwa "ich höre lieber diese oder jene Musik",   ... oder ...  "ich finde im Fitnessstudio meinen Platz, aber auch im Karnevalsverein". Gott zu lieben ist eine grundlegende Entscheidung, die Entscheidung, die Lebensleiter nur an die Wand Gottes anzulehnen.

Die vordergründige Wand ist nicht das Letzte, sondern der Weg führt nach dem Aufstieg weiter. Verheerend, wer auf der letzten Sprosse erst feststellt, er hat seine Leiter ein Leben lang an die falsche Wand angelegt. Der Weg führt nicht weiter. Alles war umsonst. Was er meinte, aufgebaut zu haben, stürzt irgendwann in sich selbst zusammen. Wer sein Leben mit der Überschrift "Gott lieben" versieht, ist auf der richtigen Leiter unterwegs. Die Sprossen tragen vielleicht Namen wie "auf seine Stimme hören", "an ihm festhalten", "bei ihm bleiben, auch wenn es beschwerlich ist", "Jesus folgen".

Auch im Kyrie, das von Jugendlichen vorgetragen wird,  wird das Thema "Leiter" aufgegriffen. Es heißt dort:
 

Wir alle, Herr, wissen, dass man  die Leiter nicht an zwei Wänden gleichzeitig anlehnen kann. Und doch…, versuchen wir nicht manchmal, das Unmögliche zu realisieren?

 

 Wir stellen die Leiter an Gott an und hangeln uns doch zwischenzeitlich zur anderen Seite. Wir wollen Gott dienen und dienen oft in erster Linie uns selbst.

 

Wir wollen unser Haus auf Gott bauen. Wenn wir aber beruflich oder privat den Boden unter den Füßen verlieren, glauben wir manchmal, uns nicht auf das tragende Fundament Gottes verlassen zu können. Wir bleiben innerlich obdachlos, statt dem Fundament Gottes zu trauen.

Pfarrer Egidiu Condac, der eigens aus Rumänien angereist ist, um Pfarrer Lutum persönlich zu gratulieren,  bezieht sich zu Beginn seiner Predigt auf das "Maria-Lichtmess-Fest" des heutigen Tages und weist darauf hin, dass die hl. Maria unseren Blick auf ihren Sohn Jesus lenke, der uns den Weg zeige.
Für das heutige Fest sei auch der Name "Darstellung des Herrn" gebräuchlich. Damit solle ausgedrückt werden, dass Jesus seinen Ursprung ganz in Gott habe und er gesandt sei, "... den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat".
In der Ostkirche sei der heutige Tag das "Fest der Begegnung". Diese Bezeichnung nehme die Prophetin Hanna und den greisen Simeon des heutigen Evangelium in den Blickwinkel.
Sie seien im Tempel Jesus, dem zukünftigen Messias, begegnet. In ihnen sei er auch uns begegnet. Gott habe die Menschen nicht vergessen.
Nach diesen einleitenden Worten wendet er sich direkt an Pfarrer Lutum und bedankt sich bei ihm für die großartige Hilfe und Unterstützung, die er den Menschen in Rumänien schon seit vielen Jahren habe  zukommen lassen:
"Ich möchte Ihnen danken für all die Wunder, die Gott uns durch Ihre Liebe erwiesen hat. Sie sind ein Mann der Liebe, der Energie und des Humors."
Nach diesen Worten gratuliert Pfarrer Egidiu Condac im Namen der Caritas von Rumänien und im Namen der Bischöfe von Iasi und Bukarest Pfarrer Lutum zu  dessen Goldenem Priesterjubiläum:

"Ich gratuliere Ihnen ganz herzlich zu Ihrem Festtag und hoffe, dass Sie mit Gottes Hilfe noch lange wirken können und dass Ihnen noch zahlreiche erfüllte und vor allem gesunde Jahre geschenkt sein mögen. Mögen Sie noch viele Wunder mit der Hilfe Gottes bewirken."

In den von den Kindern gesprochenen Fürbitten heißt es:

Herr, du begleitest jeden von uns auf seinem ganz persönlichen Weg.
Hilf uns jeden Tag neu, auf dem richtigen Weg zu bleiben.

Zeige allen Menschen, die sich auf Abwegen befinden, den rechten Weg.

Herr, es ist eine Bereicherung, dir und der Kirche zu dienen.
Schenke möglichst vielen Menschen diese Erfahrung.

Stärke alle Priester, ihrer Berufung auch in der heutigen Welt zu folgen.
Lass sie bei dir Halt und Sicherheit finden.

Das Vaterunser wird zusammen mit dem Chor und den Solistinnen gesungen, wobei die Gemeinde den Refrain übernimmt.

Während die Erwachsenen kommunizieren, segnet Pfarrer Christoph Rensing die Kinder aus dem Kinderchor von  Hl. Geist.

 

 

Viele Gottesdienstbesucher und wohl auch Pfarrer Lutum haben sich bestimmt schon während des Gottesdienstes gefragt: "Was soll eigentlich dieses mit einem Tuch verdeckte Gebilde, das da auf einem Tisch beim Chor steht?"
Was es damit auf sich hat, erleben die Anwesenden jetzt gleich:
Es ist das Jubiläumsgeschenk der Chöre, der Messdiener und der Leiterrunde aus dem Pfarrbezirk Hl. Geist/St. Konrad, sowie der Mitglieder der Bigband des AJG. Unschwer erkennt man die "Lebensleiter". Sie ist angelehnt an die mit vielen Fotos  geschmückte Wand des Lebens von Franz Lutum. Die Kerze im Vordergrund soll sicherlich auch an das heutige Fest Marialichtmess erinnern.

Hier der Text, den Mitglieder des Jugendchores bei der Geschenkübergabe vortragen.

Sehr geehrter Herr Pfarrer Lutum,

wir, die Chöre, die Messdiener und die Leiterrunde aus dem Pfarrbezirk Hl. Geist/St. Konrad sowie die Mitglieder der Bigband des AJG, die wir  wohl mit Blick auf unsere Großgemeinde St. Marien am häufigsten in all den Jahren mit Ihnen zu tun gehabt haben, möchten Ihnen vor dem Schlusslied mit einem kleinen Geschenk – passend zum Thema des Gottesdienstes – und mit einem kleinen Gedicht Danke sagen. Diese Lebensleiter, die Bildcollage und die Kerze mögen dazu beitragen, dass Sie uns jederzeit in guter Erinnerung behalten.

Das Leben gleicht der Leiter,
die steil und hoch da steht.
Sie hört nicht auf, führt immer weiter,
soweit die Sicht noch geht.

Die Leiter ist das Leben,
du sollst noch hoch hinauf.
Steig hoch, tritt nicht daneben
und nimm die Müh in Kauf.

Die Jahre sind die Sprossen,
die dich nach oben tragen.
Die Kleinen und die Großen,
die deine Füße plagen.

Du hast’s bestimmt erfahren,
das Alter macht mehr Müh’.
Doch Mut sollst du bewahren.
Aufgeben sollst du nie.

Du bist schon weit gekommen.
Schau nie angstvoll zurück.
Mehr als die Hälfte ist erklommen.
Das war ein langes Stück.

 

Hast du auch manchmal müde Beine.
Dann ist das ganz normal.
Du bist hier nicht alleine.
Probier´s mit uns noch mal.

Auch wenn’s beginnt zu wanken,
verlier nicht deinen Mut.
Fang lieber an zu danken.
Bis dahin ging’s ja gut.

Das Leben gleicht der Leiter,
die steil nach oben führt.
Dich führ’ stets ein Begleiter.
Gut, wer sein Helfen spürt.

Die Leiter hat ein Ende.
Kommst du dann einmal an,
reicht Gott dir seine Hände.
Das Steigen endet dann.

 

Doch langsam an, noch ist nicht Schluss,

noch geht es immer weiter auf deiner Lebensleiter,

für heute, das ist allen klar, da wird gefeiert, wunderbar.

Bleib wie du bist, wir fänden´s gut
und wünschen zum heutigen Jubiläumsfeste,

Gottes Segen, Gesundheit und nur das Allerbeste.

 

Noch ist die Feier nicht zu Ende. Die Organisatoren möchten sich noch bedanken bei der  " wohl wichtigsten Frau" im Leben des Jubilars. Das ist zweifellos seine Haushälterin Frau Mersmann.

Sie bekommt als Dankeschön einen ganz speziellen Toaster für die Pfarrhaus-Küche, einen "Gebetstoaster" sozusagen. Das Geschenk wird von Dorothee und Anna mit folgenden Worten überreicht:

Dorothee
Ein herzliches Dankeschön möchten wir an dieser Stelle auch Herrn Fastermann und Lena Kattenbeck sagen, der uns diese Lebensleiter genau unseren Vorstellungen entsprechend gebaut hat. Darüber hinaus möchten wir die wohl wichtigste Frau in Ihrem Leben - das ist für uns ohne Zweifel Frau Mersmann - nicht vergessen.

Anna
Noch vor 14 Tagen haben Sie im Rahmen der Verdienstmedaillien-Verleihung von uns einen Blumenstrauß als Dankeschön dafür bekommen, dass Sie es so lange ausgehalten haben mit unserem Pfarrer Lutum. Heute sollten es nicht schon wieder Blumen sein. Somit haben wir nach einem Geschenk gesucht, von dem sie beide etwas haben. Das war gar nicht so einfach und das Suchen hat ziemlich lange gedauert.

Hannah
Doch dann haben wir etwas gefunden, ein Gerät für die Küche, von dem wir bis letztens auch nicht wussten, dass es so etwas überhaupt gibt. Unser Geschenk, das Sie auf Ihren Küchentisch stellen und sie beide täglich benutzen können, ist ein Tischgebetetoaster.
Man drückt – wie bei einem richtigen Toaster – hier an der Seite… dann springt ein Blatt Papier in Form eines Toastbrotes heraus, auf dem ein Tischgebet abgedruckt ist, das sie gemeinsam beten können. Wir wünschen Ihnen damit viele besinnliche Minuten.

 
 

 

Ein Bericht über diesen außergewöhnlichen Gottesdienst wäre unvollständig, hätte man nicht die großartige Leistung der Hl.-Geist-Chöre unter der bewährten Leitung von Clemens Gilhaus erwähnt. Dabei verdienen die Solistinnen eine besondere Anerkennung. Alle haben ihr Bestes gegeben, um dem Jubiläumsgottesdienst ihres verehrten Pfarrer Lutum einen würdigen Rahmen zu geben.
Aber auch die Messdiener dürfen nicht vergessen werden. Sie sind es, die, neben den Priestern am Altar, das letzte Tüpfelchen in einem an Höhepunkten so reichen Gottesdienst gewesen sind.
Lob und Dank verdienen in besonderer Weise auch all die, die "hinter den Kulissen" dazu beigetragen haben, dass dieser außergewöhnliche Gottesdienst noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Zum Schluss sei dem Verfasser dieses Berichtes noch gestattet, Pfarrer Lutum zu seinem Goldenen Priesterjubiläum von dieser Stelle einen ganz herzlichen Glückwunsch auszusprechen:

Mögen Sie, lieber Pfarrer Lutum,  noch viele Jahre mit der Hilfe Gottes Wunder der Nächstenliebe an ihren Mitmenschen vor allem in Rumänien vollbringen.
(Und hier in Emsdetten noch lange so ausgezeichnete Pommes backen.)


W. Schröder

 

Fotogalerie 

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