Familienkreuzweg am Karfreitag

 

Kaplan Lübbers hatte am vergangenen Karfreitag alle Familien und besonders die diesjährigen Kommunionkinder zum Kinderkreuzweg eingeladen. Über 100 Erwachsene und Kinder waren seiner Einladung gefolgt und fanden sich um 10.00 Uhr an der Marienkirche ein, um Jesus an seinem schweren Tag nahe zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verrat des Petrus

Simon Petrus stellte sich zu den anderen Leuten ans Feuer im Vorhof des Palastes, in den die Soldaten  Jesus abgeführt hatten:

„Du warst doch auch bei diesem Jesus dabei!“ … 
"Nein, nein, ich kenne diesen Menschen nicht!"


Wie oft haben wir Angst, die Wahrheit zu sagen.
Wie oft sagen wir lieber gar nichts und drehen uns einfach um, damit wir nicht nach der eigenen Meinung gefragt werden. Aus lauter Angst, gehänselt, ausgelacht oder ausgegrenzt zu werden, schweigen wir oder gehen davon.

Herr, erbarme dich unser.

Feuerstelle an der Kirche
 

Jesus wird verhöhnt, die Soldaten setzten ihm die Dornenkrone auf

Da nahmen die Soldaten Jesus, zogen ihm die Kleider aus und legten ihm einen roten Mantel um. Sie setzten ihm als Zeichen seiner Königswürde eine Dornenkrone auf, fielen vor ihm auf die Knie und verspotteten ihn als König der Juden. 

Verhalten wir uns heute nicht auch so? Es fällt leicht, Menschen auszugrenzen, sie zu erniedrigen und zu verspotten, weil sie aus einem anderen Land stammen oder auch anders denken und sprechen, eine andere Hautfarbe haben, andere Kleidung tragen als wir.

Herr, erbarme dich unser.

Dornenkrone
Unterwegs zur nächsten Station
Kreuz tragen

Jesus trägt das Kreuz

Jesus wird das Kreuz auf die Schultern gelegt – er muss es tragen, es führt kein Weg daran vorbei. Und er nimmt es auf sich, sagt Ja dazu. 

Wer will schon das Kreuz schleppen, Lasten tragen? Wer will das schon? Und einen Kreuzweg gehen, Leid und Lasten nicht verdrängen? Wer will das schon?
Denn ein schönes Leben wird verheißen – ohne Kreuz.

Auf Plakatwänden wird ein leichtes Leben gepredigt ohne Leid und Not. Leichtfüßig und leichtgläubig sollen wir in den Tag hinein leben – ohne Kreuz.

Herr, erbarme dich unser.


 

Jesus wird ans Kreuz genagelt

Die Soldaten werfen Jesus zu Boden, sie durchbohren seine Hände und Füße mit den Nägeln der Gewalt und schlagen ihn ans Kreuz.

Manchmal schlagen auch wir andere Menschen:
- mit Worten,
- mit Blicken,
- mit den Händen.

Jedes Wort, jeder Blick, jeder Schlag kann für den anderen ein Nagel sein, der ihn trifft, durchbohrt und verstummen lässt.

Herr, erbarme dich unser.

Nägel

 

Jesus ist einsam  

Jesus hängt einsam am Kreuz. Um drei Uhr schreit er laut: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?!
Jesus geht durch die letzte Einsamkeit; selbst seinen geliebten Vater spürt er nicht mehr in seiner Nähe.

Einsam – das sind Menschen auch heute:

-

manche, weil sie krank sind und keine Möglichkeit haben, mit anderen zu reden.

-

andere, weil sie in die Einsamkeit getrieben werden nach dem Motto: "Mit dem rede ich nicht, mit dem spiele ich nicht …"

Herr, erbarme dich unser.

Zeichen der Einsamkeit: Blindheit, Sprachlosigkeit
 
 
 
In der Servatius-Kirche
Mittagessen im Pfarrheim St. Servatius
 

In Hembergen wurden alle Symbole der einzelnen Stationen in der Servatiuskirche zusammengetragen,  und Kaplan Lübbers erinnerte daran, dass Jesus nicht am Kreuz geblieben ist; dann wäre unsere Feier sinnlos. Er starb, aber neues Leben wurde ihm von Gott geschenkt. Deshalb ist das Kreuz nicht nur Erinnerung an seinen Tod, sondern auch Erinnerung daran, dass Jesus lebt und immer wieder neues Licht in unser Leben bringen will.

 

 Marion Plagge