Gut navigiert - Mit Gott auf Kurs?
- Revival-Gottesdienst in St. Marien -

"Nach 200 m rechts abbiegen - jetzt rechts abbiegen - dem Straßenverlauf 7 km folgen - im Kreis die 3. Abfahrt nehmen..." - Das war schon recht ungewöhnlich, was die Kirchenbesucher von der Computerstimme hörten, als sie die Marienkirche am Samstag, den 30.10.2010 zum 17.00 Uhr-Gottesdienst betraten. Und dann die Verkehrsschilder, die im Kirchenraum aufgestellt waren!
Bald schon sollte sich klären, was es mit dieser ungewöhnlichen Einstimmung  auf sich hatte: Das "Team Familie" hatte zu einem Revival-Gottesdienst eingeladen. Thema: "Gut navigiert - Mit Gott auf Kurs?"

Anstelle einer Lesung gibt es einen szenischen Dialog. Thema: Eine Kundin sucht ein "Navi fürs Leben" und trägt diesen Wunsch bei einer kostenlosen Navigations-beratung vor.
Da so ein Navi noch nicht auf dem Markt ist, soll die Kundin zuerst beschreiben, was das "Navi fürs Leben" alles können soll, damit die Entwicklungsabteilung an die Arbeit gehen kann. Da werden Wünsche geäußert wie:

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Möchten Sie die Möglichkeit haben für den einfachen Weg oder möchten Sie auch Sonderziele einstellen können?

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Soll das Navi auch vor Sackgassen warnen?

Die wichtigste Frage wird erst ganz zum Schluss der Beratung geklärt: An welchem Satelliten wollen Sie sich denn orientieren?

"Leben ist Bewegung - ich kann nicht einfach stehen bleiben", stellt Pfarrer Christoph Rensing zu Beginn seiner Predigt fest, "woran soll ich mich orientieren?"
Orientierungshilfe könnten das Elternhaus geben, die Freunde oder Menschen, denen man vertraue. Auch die Kinder könnten ihren Eltern neue Wege aufzeigen.
Im Straßenverkehr sei das Navi eine große Hilfe. Es habe den Überblick und wisse, wie man am besten zum Ziel komme.
Wenn jemand an Gott glaube, dann wisse er, dass Gott den Überblick über den Lebensweg jedes einzelnen habe. Diesen Weg zu erkennen und ihm zu folgen, sei allerdings nicht so einfach wie bei einem Navi. Ab und zu könne man sich schon verlaufen. Wenn man Gottes Wege erkennen wolle, brauche man etwas, was die meisten Menschen nicht hätten, nämlich Zeit. Man brauche manchmal auch einen gewissen Abstand und einen anderen Blickwinkel,  um die Stoppschilder und Hinweiszeichen  des "großen Navigators" zu erkennen. Einfach sei es nicht, mit Gott auf Kurs zu bleiben.
Das Evangelium vom heutigen Tage stelle uns den Zöllner Zachäus vor. Zachäus habe erkannt, dass er sich verrannt habe. In dieser Situation sei Gott ihm in der Person Jesu entgegengekommen und habe ihm den richtigen Weg gezeigt. "Wer mit Gott auf Kurs ist, kann sicher sein, den richtigen Weg fürs Leben zu finden", mit diesen Worten beendet Pfarrer Christoph Rensing seine Ausführungen.

In den Fürbitten wird das Thema Lebensorientierung ebenfalls aufgegriffen:

 

Meistens stellen wir unser Navi auf die Option "Schnellste Route" ein, um möglichst ohne Zeitverlust unser Ziel zu erreichen. Doch verlieren wir in diesem Modus nicht viele Dinge aus den Augen, die links und  rechts vom Wegesrand liegen?
Gott, unser Vater, bringe uns auf den richtigen Kurs.

 


Die heutige Zeit bietet uns unzählige Satelliten, an denen wir uns und unsere Lebensgewohnheiten ausrichten können. Doch welches sind die richtigen?
Gott, unser Vater, bringe uns auf den richtigen Kurs.

Unser Alttag ist häufig von Stress, Hektik und eingefahrenem Trott geprägt. Lassen wir Gott überhaupt eine Chance, uns durch diesen Trubel hindurch Orientierungshilfe zu geben?
Gott, unser Vater, bringe uns auf den richtigen Kurs.

Manchmal kommen wir vom Weg ab und finden uns auf Irrwegen, in Sackgassen oder ausweglosen Situationen wieder. Kennen wir nicht alle die Sehnsucht nach einem Navi, das uns in solchen Momenten wieder auf den Weg bringt?
Gott, unser Vater, bringe uns auf den richtigen Kurs.

Unsere lieben Verstorbenen haben ihren Weg schon beendet und hoffentlich ihren Platz bei dir gefunden. Könnte ihr Leben auch uns Orientierungshilfe sein?
Gott, unser Vater, bringe uns auf den richtigen Kurs.

Beim Vaterunser reichen sich alle die Hand und zeigen so ihre Verbundenheit untereinander und mit Gott. Als Schlusstext wird das Gebet "Gott meiner Wege" gesprochen.

Gott meiner Wege

 

Gott meiner Wege, du kennst die Wege, die hinter mir liegen, und die, die die noch vor mir sind. Du weißt um die Erfahrungen, die ich gemacht habe, um die vielen Dinge, die ich auf meinem Weg gelernt habe, und die vielen schönen Stunden, die guten Erinnerungen und Begegnungen und um die dunklen, einsamen Stunden, in denen ich nicht wusste, wie es weitergehen kann.

 

Gott meiner Wege,

ich glaube daran, dass du die Wege meines Lebens mitgehst, dass ich dir begegnen kann, deiner Zuneigung, deiner Hilfe, deinem Trost und deiner Liebe in den Menschen an meinem Weg:  Den Menschen, die mich begleiten, denen ich begegne, um die ich mich sorge, mit denen ich rede.

 

Gott meiner Wege,

du kennst auch all die Irrwege und Sackgassen meines Lebens,

die Situationen, in denen ich mich verrannt habe, die Chancen, die ich nicht nutzen konnte, die Fehler, die meinen Weg säumen.

 

Gott meiner Wege,

ich bitte dich um deinen Beistand auf allen Wegen meines Lebens. Ich bitte dich um Vergebung für das, was nicht gelingt. Ich bitte dich um Augen und ein Herz, die die Chancen und Möglichkeiten wahrnehmen, die am Weg liegen. Ich bitte dich um Kraft, meinem Weg eine neue Richtung zu geben, wenn es nötig ist. Ich bitte dich um Mut und Phantasie, auch einmal ungewohnte Wege zu gehen. Ich danke dir für meinen Weg, für die Menschen, die ihn mit mir gehen, die mir Begleiter, Raststätte, Quelle, Stütze und Orientierung sind und waren.

 

Ich danke dir,

Gott meiner Wege

Mit dem Shrek-Song "Hallelujah", den Holger Schnippe während der Kommunion vorträgt, gelingt dem Revival-Gottesdienst-Team wieder ein besonderer Höhepunkt.
    

 
 

Was wäre ein Revival-Gottesdienst ohne Musik?! So traten auch in diesem Jahr wieder Chor und Band unter der Leitung von Ulla Mönter in Aktion und begleiteten den Gottesdienst mit Liedern, die schon vor vielen Jahren die Akteure begeistert hatten. Der Funke ihrer Begeisterung sprang über auf die Gottesdienstbesucher, und so blieben noch viele nach Beendigung der Messfeier in der Kirche, um noch ein wenig länger in der Erinnerung an vergangene Zeiten zu verweilen.

 

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