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Carpe diem-nutze den
Tag!
Revival-Gottesdienst des "Team Familie" am 14.06.2008 |
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"Klack, klack, klack, klack"
mit diesem seltsamen Geräusch, das so gar nicht zu einem Gottesdienst
passte, wurden die Kirchgänger an diesem Samstagnachmittag in der
Marienkirche empfangen.
Bald schon war die Ursache dieses ungewohnten Geräusches ausgemacht. Vor dem
Chor schwang ein riesiges Metronom langsam hin und her und gab diese
seltsamen Knackgeräusche von sich. Da dämmerte es den Gottesdienstbesuchern:
"Heute feiert die Gemeinde den vom Team Familie vorbereiteten
Revival-Gottesdienst."
"Carpe diem - nutze den Tag!" diesen schon von den Alten Römern gern
gebrauchten Spruch sollte das Metronom symbolisieren und die verrinnende
Zeit anzeigen. |
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Nach
der liturgischen Begrüßung durch Kaplan Christoph Theberath stimmt Kirsten
Giersch die Gemeinde auf das Thema dieses Gottesdienstes ein und trägt einen
Text von Markus Lanz, dem Redaktionsleiter und Moderator der RTL-Sendug
"Explosiv" vor:
„Wir gehen zu geizig mit Zeit
um! Ja, wir sollten unsere Zeit auch mal verschwenden, ganz bewusst und ohne
schlechtes Gewissen. Wir sollten uns den Luxus gönnen, uns öfter mal treiben
zu lassen, nichts zu tun. Ich nenne das „Biene-Maja-Wellness“: einfach auf
einer Wiese sitzen und den Bienen zusehen...Wir leben in einer Welt, in der
man uns glauben machen will, dass man Menschen triezen, trimmen und tiefer
legen kann. Deshalb erfinden Super-Manager Begriffe wie „Quality Time“ und
erzählen uns, dass es nichts bringen würde, unsere Kinder einen Tag lang auf
dem Kinderspielplatz zu beobachten. Stattdessen sei es besser, sich eine
Stunde lang intensiv um sie zu kümmern und auf allen Vieren durchs
Wohnzimmer zu kriechen. Ich glaube, das ist riesengroßer Blödsinn!
Stattdessen müssen wir begreifen, dass Menschen nicht wie Maschinen
funktionieren. Dass es nicht darum geht, jede Minute möglichst effizient zu
nutzen, gerade so, als sei der Mensch eine Aktiengesellschaft, die am Ende
eines jeden Quartals einen Bericht abzuliefern hat. Es gibt keine Aktionäre,
denen wir Rechenschaft schulden. Wir schulden sie im Zweifel denen, die uns
wichtig sind und - nicht zuletzt – uns selbst. Wir müssen mehr auf
uns achten. Auch deshalb ist Geiz grundsätzlich eine so schlechte Haltung:
Irgendwann wird man geizig zu sich selbst!“
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Anstelle
einer Lesung sprechen Barbara Loose und Petra Osterhoff das folgende Gebet:
Guter Gott,
zum Glück stehen die Ferien vor der Tür. Ich freue mich sehr darauf. Im
Moment bin ich völlig ausgepowert, der Akku ist leer. Ich kann es kaum noch
erwarten.
Ich
habe mir so viel vorgenommen. Hoffentlich klappt das auch. Wenn ich an den
letzten Sommer denke...da habe ich glatt die Erholung verpasst.
Was
läuft da gerade im Radio?
„Komm verschwende deine Zeit
Mach mal nichts und nimm dir frei
Davon geht die Welt nicht unter
Lass dir nichts erzähln
Mach dich frei von dem was stresst
Lass mal los und lebe jetzt
Verschwende deine Zeit
Und mach was dir gefällt
Und was du heute kannst besorgen
Das besorg dir lieber morgen
Oder lass es einfach ganz
Leg dich lieber noch mal hin
Und gib der Hektik keinen Sinn
Genieße einfach den Moment...“
Guter Gott,
du hast mir so viel Zeit geschenkt.
Gib mir den Mut, nicht immer wieder „schöne Zeit“ auf später zu
verschieben. Schenk mir Gelassenheit, meine Zeit einfach zu verschwenden. |
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In seiner Predigt greift
Kaplan Christoph Theberath die Gedanken von Markus Lanz auf und führt aus,
dass heute die Menschen mit der Zeit vielfach nicht gut umgingen. Alles
müsse schnell gehen; nicht der langsame Takt des Metronoms bestimme den
Rhythmus, sondern die Hektik und der Stress, von dem bereits die Kinder und
Jugendlichen betroffen seien.
In diesem Zusammenhang zitiert er das Wort Jesu, der gesagt habe: "Kommt
alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch Ruhe
verschaffen!"
Auch das Evangelium des heutigen Gottesdienstes (Lukas 10, 38-42, Marta und
Maria) könne dazu anregen, die Gedanken neu zu schärfen für den richtigen
Umgang mit der Zeit. Während Marta sich in Hektik und Stress um die Arbeit
bemüht habe, habe sich Maria dem Herrn zu Füßen gesetzt und ihm zugehört.
Als sich Marta deswegen beschwert habe, habe Jesus geantwortet:
"Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist
notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen
werden."
"Carpe diem - nutze den Tag! Hier und jetzt, auch in diesem Gottesdienst,"
mit diesen Worten beendet Kaplan Christoph Theberath seine Ausführungen |

Die Fürbitten sprechen Maria Ortrmeier und Birgit
Borgmann:
„Und, was hast du heute gemacht?“ – Diese
wohlgemeinte Frage an unsere Partner oder Kinder spiegelt unsere
Erwartung wider, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Dabei ginge es uns sicher
manchmal besser, wenn wir diesen Anspruch aufgäben.
Gott, unser Vater, …………….
Mit Markus Lanz sind wir der Meinung, dass wir
unsere Zeit niemandem schulden, außer den Menschen, die uns wichtig
sind. Lass uns erkennen, welche Menschen unsere Zeit dringend brauchen
und ihnen unsere Zeit schenken.
Gott, unser Vater, ……..
Auch für uns selbst sollten wir uns öfter Zeit
nehmen: eine „Auszeit“ von Hektik und Anspruchsdenken tut Körper und
Seele gut.
Gott, unser Vater, ……..
Die Sommerferien stehen vor der Tür und viele
von uns haben wahrscheinlich viel vor. Hilf uns, unsere Zeit sinnvoll
einzuteilen, damit wir gut erholt und gesund wieder heimkehren.
Gott, unser Vater, ……
Wir wollen auch für unsere Verstorbenen beten,
dass sie bei dir mit deiner Zeit verschwenderisch beschenkt werden.
Gott, unser Vater, …..
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| Zum
Friedensgruß reichen die Gottesdienstbesucher einander die Hände.
Währenddessen singt Holger Schnippe das Friedenslied: |

Friedenslied
Reich mir, Nachbar, deine Hand,
deine brüderliche Hand,
mit allem, was sich regt in mir,
den Frieden wünsche ich dir.
Mir ist egal, ob du ein Christ bist,
mir ist egal, was du von mir denkst.
Denke nur daran, es ist die Liebe,
die in uns leben soll.
Reich mir, Nachbar, deine Hand,
deine brüderliche Hand,
mit allem, was sich regt in mir,
den Frieden wünsche ich dir.
Gottes Liebe fällt wie Schnee auf unser Haupt,
weiß, wie die Friedenstaube.
Gott wir nehmen dieses Zeichen an,
und tragen es in die Welt.
Reich mir, Nachbar, deine Hand,
deine brüderliche Hand,
mit allem, was sich regt in mir,
den Frieden wünsche ich dir. |
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Den Schlusstext spricht Heike Löwen.
Und dann ?
Ein Fischer sitzt am
Strand und blickt auf das Meer, nachdem er die Ernte seiner mühseligen
Ausfahrt auf den
Markt gebracht hat. Warum er nicht einen Kredit aufnehme, fragt ihn ein
Tourist, dann könne er einen Motor kaufen und das Doppelte fangen. Das
brächte Geld für einen Kutter und für
einen zweiten Mann ein. Zweimal täglich auf den Fang hieße das
Vierfache verdienen. Warum er eigentlich
herumtrödele? Auch ein dritter Kutter wäre zu beschaffen; das Meer
könnte viel besser ausgenutzt werden, ein Stand auf dem Markt,
Angestellte, ein Fischrestaurant, eine
Konservenfabrik - dem Touristen leuchten die Augen. "Und dann?" unterbricht
ihn der Fischer." Dann brauchen sie gar nichts mehr zu tun. Dann können Sie
den ganzen Tag sitzen und glücklich auf ihr Meer hinausblicken!"
- "Aber das tue ich doch jetzt schon", sagt darauf der Fischer. |
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Mit dem
Schlusslied "Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde......." endet dieser
eindrucksvolle Gottesdienst.
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Es ist immer
wieder begeisternd, mit welch tollen Ideen die "Macher" die
Gottesdienstbesucher überraschen. Auch die Themen der Gottesdienste und die
darauf abgestimmten Gebete und Lieder überzeugen durch ihre Aktualität.
Alles in allem eine wirklich gelungene Sache, zu der man die Mitwirkenden
und Organisatoren nur beglückwünschen kann. |
Mitwirkende: Kaplan Christoph Theberath,
Kirsten Giersch, Barbara Loose, Marion Kersten, Reinhild Knappheide, Andreas
Mense, Maria Ortmeier, Petra Osterhoff, Heike Löwen, Wiltrud Rademaker,
Birgit Borgmann, Holger Schnippe, Chor und Band |
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Revival-Gottesdienste hier |
| Lukas
10, 38-42 Sie zogen zusammen weiter und er
kam in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. 39 Sie
hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen
und hörte seinen Worten zu. 40 Marta aber war ganz davon in Anspruch
genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich
nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr
doch, sie soll mir helfen! 41 Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst
dir viele Sorgen und Mühen. 42 Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das
Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.
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