Nach dem Hosianna: "Kreuzige ihn!"
Familienkreuzweg am Karfreitag (10.04.2009)

 

Über 130 Eltern mit ihren Kindern machten sich am Karfreitag mit dem Fahrrad auf den Weg, um Jesus an seinem schweren Tag ganz nahe zu sein.

 


Fesseln

Jesus wird gefangen genommen. Man behandelt ihn wie einen Schwerverbrecher. Er wird gefesselt und abgeführt.

Warum nur? Warum handelten die Menschen damals so?
Lasst uns darüber nachdenken, wen wir fesseln und wer uns fesselt.

 

 

 

 

 

 

 


Feuerschale

Weil es kalt war, setzte sich Petrus zu den anderen ans Feuer. Als diese sagten: "Du bist doch auch einer von seinen Leuten!" stritt Petrus aus Angst alles ab.

Wie oft haben wir Angst, die Wahrheit zu sagen?
Wie oft drehen wir uns um und sagen lieber gar nichts aus Angst, ausgelacht, gehänselt und ausgegrenzt zu werden.

     
 
Dornenkrone

Die Soldaten zogen Jesus seine Kleider aus. Sie legten ihm einen roten Mantel um und setzten ihm als Zeichen seiner Königswürde eine Dornenkrone auf. Dann verspotteten sie ihn als König der Juden.

Verhalten wir uns heute nicht auch so?
Es fällt leicht, Menschen auszugrenzen, sie zu erniedrigen und zu verspotten, weil sie aus einem anderen Land stammen oder auch, weil sie anders denken und handeln als wir.
Den Mut zu haben, etwas zu sagen, das fällt oft schwer. Aber in der Gemeinschaft unseres Glaubens sind wir stark genug!

  Kreuz tragen, niederdrücken, aufhelfen

Ein Kreuz tragen heißt:
einsam sein, krank sein, arbeitslos sein, arm sein, alt und gebrechlich sein, einen lieben Menschen verloren haben, nicht mitspielen dürfen.
Jesus wird das Kreuz auf die Schultern gelegt, er muss es tragen, es führt kein Weg daran vorbei. Und er nimmt es auf sich, und indem er es nimmt, sagt er ja dazu.

Jesus war so geschwächt, er konnte das Kreuz nicht mehr tragen und fiel hin.
Da riefen sie einen Mann, der gerade vorbei kam und befahlen ihm, "Trag` das Kreuz für den Mann!"

Haben wir wohltuende Hilfe schon selbst erlebt oder sie uns vielleicht gewünscht? Haben wir den Mut, ein Simon zu sein?

     
 
Nägel

Die Soldaten durchbohrten Jesus Hände und Füße  mit Nägeln und schlagen ihn ans Kreuz.

Manchmal schlagen auch wir andere Menschen:
- mit Worten,
- mit Blicken,
- mit den Händen.

Jedes Wort, jeder Blick, jeder kleine Schlag kann für den anderen ein Nagel sein, der ihn trifft, durchbohrt und verstummen lässt.
Überlegen wir: "Wann habe ich in letzter Zeit jemanden bewusst verletzt, wehgetan oder beleidigt? Wann habe ich mich schuldig gemacht?"

  Augenbinden

Jesus geht durch die letzte Einsamkeit, selbst seinen geliebten Vater spürt er nicht mehr in seiner Nähe.

Einsam kann jeder Mensch irgendwann in seinem Leben sein. Als Zeichen der Einsamkeit sehen wir hier Sprachlosigkeit und Blindheit.

 

In der St.-Servatius-Kirche in Hembergen werden alle Symbole zusammengetragen (links). Jesus starb am Kreuz, aber neues Leben wurde ihm von Gott geschenkt. Darum bleibt es nicht beim Kreuz, Jesus lebt und will immer wieder neues Licht in unserem Leben sein. Mit den Fürbitten bringen die Kinder Kerzen zum Altar (rechts) und singen "Shalom" - das Friedenslied.

 
Abschließend kommen alle zu einem einfachen Mittagessen im Pfarrheim St. Servatius zusammen.

 

Fotos: Hubert Plagge
Texte: Das Vorbereitungsteam mit
Lisa Hartwig,
Elisabeth Meinert,
Marion Plagge,
Clemens Lübbers