|
Dir blüht der Himmel |
|
25 Frauen machten sich gemeinsam mit Pastoralreferent Frank Nienhaus und Pfarrer Norbert Weßel am Dienstagabend auf den Weg in die Natur. |
![]() |
|
"Ist unser Thema nicht eine Provokation? - So viel Leid, so viele Fragen und so viele Unsicherheiten. Doch wir wollen es uns heute sagen lassen: Dir blüht der Himmel! Diese Zusage Gottes wollen wir von den Bäumen lernen." |
![]() Ein Baum erzählt: "Als ich noch kleiner war, merkte ich nichts. Aber als ich dann heranwuchs und mich selbst betrachtete, fiel mir der Unterschied auf. Ich war klein, knorrig, ein wenig krumm und verwachsen. Die anderen Bäume, die ich sehen konnte, waren dagegen prächtig: machtvolle Buchen mit einer riesigen Krone, hohe schlanke Tannen und Bergahorn, der im Herbst herrlich gelb leuchtete. Ich stehe, müsst ihr wissen, an einer Felswand auf einem schmalen Vorsprung und habe meine Wurzeln in das bisschen Erde und in die Felsritzen gekrallt. Ich träumte davon, groß und schön zu werden; meine Krone sollte sich im Wind wiegen, der Regen meine Blätter streicheln und die Sonne sie wieder trocknen. Aber ich blieb klein. Der Wind fegte durch meine Äste, wenn er auf die Felswand zublies, und die Sonne wärmte mich nur bis zum Mittag, bevor sie hinter der Felswand verschwand, um nur die Bäume im Tal und am gegenüberliegenden Berghang zu bescheinen. Warum musste ich gerade hier stehen? Aus dem bisschen Erde konnte ich nicht genug Kraft schöpfen, um heranzuwachsen und all meine Schönheit, die doch in mir steckt, zu entfalten. Ich war unzufrieden mit meinem Schicksal. Warum musste ich so sein und so werden? Eines Tages an einem schönen Vorfrühlingsmorgen, als die Erde vom Tal bis zu mir herauf duftete, die Singdrosseln ihr Lied begannen und mich die allerersten Sonnenstrahlen küssten, durchrieselte es mich warm und wohlig. Was für eine herrliche Aussicht! So weit wie ich konnte kaum ein anderer Baum ins Tal und in die Ferne sehen. Die Felswand hinter mir beschützte mich vor der eisigen Kälte, die vom Gletscher herunterwehte. Von diesem Tag an begann ich nachzudenken, und langsam wurde mir klar: Ich bin, so wie ich bin, etwas Besonderes. Meine Besonderheit ist mein krummer Stamm, sind meine knorrigen Wurzeln, meine kurzen, kräftigen Äste. Ich passe hier an meinem Platz und bin etwas wert. Ich muss nur die Augen aufmachen und mich richtig ansehen. Die anderen Bäume, die Tannen am Hang gegenüber und die Buchen im Tal, haben ihre Schönheit und sind richtig an dem Platz, wo sie stehen. Aber auch ich habe meinen Platz und stehe richtig auf meinem Felsvorsprung. Warum hat es nur so lange gedauert, bis ich das erkannt habe?" |
|
Öffne den Himmel in meinem Herzen |
|
Zum Gebet "Öffne den Himmel in meinem Herzen", das wir gemeinsam unter freiem Himmel sprechen, öffnet sich die Wolkendecke für ein paar Minuten, und viele Sonnenstrahlen erreichen den Erdboden. |
![]() |
|
Auf der festlich geschmückten Wiese der Familie Kamp in Austum feiern wir Gottesdienst. Die Holzscheibe erhält jede als Erinnerung. |
|
Lisa Hartwig |